Jazz an der Donau

ORQUESTA BUENA VISTA SOCIAL CLUB ® | 16. Juli | Konzertbeginn: 21:00 Uhr

Kubanische Legenden auf Deutschland-Tour

ORQUESTA BUENA VISTA SOCIAL CLUBDie Erfolgsstory des Buena Vista Social Club begann verhältnismäßig unspektakulär: 1996 reiste der amerikanische Blues-Musiker Ry Cooder im Auftrag seines Plattenlabels World Circuit nach Havanna, ursprünglich in der Intention, gemeinsam mit Bandleader Juan de Marcos ein afro-kubanisches Album aufzunehmen. Nachdem die afrikanischen Musiker aufgrund von Visaproblemen jedoch nicht auftauchten, mussten Ry Cooder und seine Labelkollegen improvisieren. Sie trommelten einige mehr oder weniger bekannte kubanische Musiker zusammen, deren Karrieren jedoch etwas in Stagnation geraten waren. Neben den mittlerweile verstorbenen Musikern Ibrahim Ferrer, Compay Segundo und Rubén Gonzàlez waren unter anderen die Sängerin Omara Portuondo und Eliades Ochoa mit von der Partie. In den Egrem Studios in Havanna entstand in wenigen Tagen eine einzigartige Songsammlung, die den orchestralen Son der 50er Jahre wieder aufleben ließ.

Doch was während der Studio-Sessions wohl niemand ahnte: Das Album, das nach einem in den 40er und 50er Jahren legendären Club in Havanna benannt wurde, schlug nach seiner Veröffentlichung 1997 ein, wie eine Bombe. Weit über die Grenzen Südamerikas hinaus begeisterten sich Kritiker und Zuhörer für das zeitlose, magisch klingende Werk. Mit einem Grammy ausgezeichnet und im Jahr 2000 in einem überaus erfolgreichen Dokumentarfilm von Wim Wenders festgehalten, brachte es nicht nur das Album, sondern auch das komplette Musikerprojekt schnell zu absolutem Kultstatus. Über Nacht wurden Ibrahim Ferrer und Co. zu international gefeierten Musikern, der Buena Vista Social Club war allgegenwärtig: In Bars, Cafés und auf der Straße wurden die rhythmischen Tanzlieder und melancholischen Balladen gespielt. Bis heute hat sich das Album mehr als acht Millionen Mal verkauft und ist die erfolgreichste kubanische Platte der Musikgeschichte. Gemeinsame Auftritte der Originalbesetzung sowie deren erfolgreiche Solo-Karrieren machen Buena Vista Social Club zu einem bis heute unvergessenen Musikerlebnis, ja fast schon zu einem musikalischen Phänomen.

Zu den Musikern der Originalbesetzung gehören einige der besten Musiker, die Kuba hervorgebracht hat:

Ibrahim Ferrer (1927-2005): Der 2005 verstorbene Sänger des Ensembles wurde in einem Tanzclub geboren und verdingte sich vor seinem internationalen Durchbruch als Zeitungsverkäufer und Schuhputzer. In Kuba auch vor „Buena Vista Social Club“ als Mitglied verschiedener Formationen gefeiert, wurde er im Jahr 2004 mit einem Grammy für sein Album „Buenos Hermanos“ ausgezeichnet.

Compay Segundo (1097-2003): Der als Máximo Francisco Repilado Múñoz geborene Gitarrist und Sänger wurde 1948 mit seinem Duo Los Compadres in Kuba bekannt, bis er 1955 der Musik den Rücken kehrte. Nach 15-jähriger Auszeit entwickelte er 1970 eine siebensaitige Gitarre, die Armónica. 1989 nahm ihn eine amerikanische Plattenfirma unter Vertrag.

Rubén González (1919-2003): González gilt als einer der bedeutendsten Pianisten Kubas und einer der bekanntesten Vertreter des Son. 1943 nahm er mit Arsenio Rodríguez seine erste Platte auf und wurde bald darauf über die Grenzen Kubas hinaus bekannt.

Omara Portuondo (*1930): Die kubanische Sängerin startete ihre Karriere 1945 als Tänzerin im berühmten Club Tropicana in Havanna. Mit ihrer Band Cuartelo las D’Aida feierte sie in den 50er Jahren große Erfolge, tourte durch die USA und spielte mit Nat King Cole. Seit 1959 trat Prtuondo auch als Solo-Künstlerin auf und spielt nach wie vor in ausverkauften Konzerthallen.

Eliades Ochoa (*1946): Mit der Musik seiner Eltern aufgewachsen, verdiente der Sänger und Gitarrist seinen Lebensunterhalt zunächst als Straßenmusiker. 1978 wurde er Mitglied der auf Kuba sehr erfolgreichen Formation Cuarteto Patria und arbeitet seit seinem internationalen Durchbruch mit dem Buena Vista Social Club als gefeierter Solo-Künstler.

Ry Cooder (*1947): Der amerikanische Gitarrist, Komponist und Produzent verdankt seine weltweite Bekanntheit vor allem seinem Spiel als Slide-Gitarrist. Der sechsfache Grammy-Gewinner arbeitete als Studiomusiker u.a. mit Taj Mahal, The Rolling Stones, Eric Clapton, Van Morrison, Randy Newman, John Lee Hooker, Ali Farka Touré, veröffentlichte auch unter eigenem Namen erfolgreiche Alben und schrieb Filmmusiken für u.a. „Paris, Texas“, „The Long Riders“ oder „Crossroads“.

Lautsprecher

Hörproben, Tourdaten und weitere Informationen zu Orquestra Buena Vista Social Club auf der Homepage.


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